Geschichte:
Die Lackverarbeitungskunst weist in Burma eine Tradition von vielen hundert Jahren auf und stellt ein ganz charakteristisches Kunsthandwerk dar. Obwohl die Verarbeitungstechnik schon etwa im Jahre 1050 aus China kam, entstanden die ältesten erhaltenen Stücke circa 1274 und wurden in Bagan gefunden. Gegenstände aus Lack gehören in Myanmar zu den täglichen Gebrauchsgegenständen und stellen damit ein Gegenstück zu Keramik und Porzellan dar.
Lackkunst Herstellung:
Im Wesentlichen werden Lackarbeiten aus Bambus oder Holz gemacht. Die Paste wird auf unterschiedliche Bambus- und Holzgegenstände aufgetragen. Die feinsten Lackarbeiten wurden in der Vergangenheit aus Pferdehaar gemacht. Dabei wird der erforderliche Lack als Saft vom "Thitsi"-Baum genommen und das fertige Geflecht mit einer ersten Lackschicht bedeckt, die dann an der Luft trocknet und sich schwarz färbt. Unebenheiten und Fugen werden dann nach 3 oder 4 Tagen mit einer Lack- und Aschepaste verschlossen. Bis eine glatte Oberfläche entsteht und alle Unebenheiten weg sind, wird das Geflecht ständig geschliffen und mit Lack bestrichen. Mit einem Stichel kann auch ein Muster eingraviert werden, das mit farbigem Lack überzogen, getrocknet und geschliffen wird, bis die schwarze Grundfarbe wieder erkennbar ist. Dies wiederholt man in der Regel mit 5 Farben. Wenn alles schließlich fertig ist, reibt man das Gefäß noch mit Sesamöl ein und poliert es dann mit Büffelleder.
Die Herstellung eines Lackkunstwerks bzw. einer Lackarbeit ist eine Ritz- und Polychromtechnik und somit sehr zeitaufwendig, da sie eine hohe Kunstfertigkeit erfordert. Daher kann die Arbeit mehrere Monate oder sogar bis zu einem Jahr dauern. Noch heute sind die oft traditionellen Muster inspiriert durch die Wandmalereien der über tausend Jahre alten Tempel Bagans. Schalen, Tabletts, Betelnussbehälter und kleine dekorierte Dosen gehören zu den häufigsten Gegenständen, Tische und Wandschirme zu den größeren Objekten. Die eingeritzten Muster werden in mehreren Arbeitsgängen mit verschiedenen Farben (rot, grün, blau, gelb, gold) bemalt und jeweils abgeschliffen. Außerdem werden auch Lackarbeiten mit eingelegtem Blattgold hergestellt.
Je höher die Nachfrage nach Qualität ist, desto mehr wird das traditionelle Handwerk unterstützt. Auf der Straße kann man jedoch in Bagan und in Mandalay auch sehr billige, minderwertige Kleinwaren kaufen, die aus Pappe oder minderwertigem Bambus oder Holz hergestellt werden. Von außen sieht alles mehr oder wenig gleich aus und man wundert sich dann über den höheren Preis beim Einkauf in der Lackfabrik. Wenn Sie aber einmal die kunstvolle Herstellung der Objekte in einer Lackfabrik gesehen haben, so lernen sie, die Qualität zu schätzen.
Hier können Sie sich Fotos zur Lackkunst ansehen