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Gefährdung der kulturellen Identität der Moken (Seenomaden) im Mergui-Archipel

Die Andamanensee ist seit Jahrhunderten das Zuhause und die Nahrungsquelle der indigenen Einwohner des Archipels, der Moken, die als Seenomaden von Insel zu Insel ziehen und quasi auf dem Wasser leben. Die Moken werden auf birmanisch Selung aber auch Selon, Salon oder Salone genannt. Man unterteilt sie in Moken Pula (im Mergui-Archipel) und Moken Tamub (auf den Surin-Inseln). Die Moken sind wahre Tauchprofis, denn sie können ohne Hilfsmittel bis zu 20 Meter tief tauchen und 7 Minuten die Luft anhalten, um mit ihren Speeren Fische zu fangen oder Muscheln vom Meeresgrund aufzusammeln. Da sie immer nur so viel Fisch fangen, wie sie an dem jeweiligen Tag verzehren können, sind sie der Inbegriff der nachhaltigen Fischerei.

Leider wird die traditionelle Lebensform der Moken sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart zunehmend bedroht. Unter britischer und japanischer Kolonialherrschaft wurden die Moken gezwungen ihre Lebensweise aufzugeben und in Minen zu arbeiten. Heutzutage wird ihre Lebensform von der internationalen Fischereiindustrie und der burmesischen Regierung bedroht. Die Schleppnetzfischer sind immer näher an den Küsten und damit den Fanggebieten der Moken unterwegs, wodurch es für die Moken immer schwieriger wird, mit ihren traditionellen Fangmethoden genügend Fisch für ihre Familien zu fangen. Durch die Überfischung in der Region sahen sich bereits viele Moken gezwungen die Inseln zu verlassen, um sich auf dem burmesischen Festland oder in Thailand niederzulassen und sich in das Leben auf dem Land zu integrieren. National Geographic veröffentlichte im Jahr 2005 einen Bericht darüber, wie die burmesische und thailändische Regierung versuchte, die Moken als Touristenattraktion in Nationalparks zur Schau zu stellen. Die Moken sehen sich einem Problem gegenüber, das auf viele indigene Völker zutrifft, die als Minderheit in einem Land leben, dessen Regierung die traditionelle Lebensweise dieser MInderheiten zu unterdrücken und in die Mehrheitsbevölkerung zu assimilieren erbauen, obwohl die ethnische Religion der Moken animistisch ist, geprägt vom Glauben an Naturgeister.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurde 1997 von der UNESCO das Andaman-Pilot-Projekt initiiert, welches den Moken helfen soll, ihre kulturelle Identität beizubehalten. Dabei soll ihre Lebensform so an die sich verändernden Rahmenbedingungen, wie dem Fortschritt im Land oder die Entwicklung des Tourismus, angepasst werden, dass ihr Einklang mit der Natur nicht verletzt wird. Das Ziel des Projektes ist, den Moken mehr Selbstbestimmung in ihrer Heimat zu gewähren und ihr Wissen über das Meer und die Natur zu nutzen, um einen nachhaltigen Tourismus in der Region zu etablieren.